Sibylle Stör (-Furrer)

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Eben habe ich einen halben Roman über mich geschrieben und alles wieder gelöscht. Wenn du meine Biographie lesen wolltest, wärst du im Buchhandel und nicht auf meiner Homepage. Aber was möchtest du hier lesen, damit du mich kennenlernst und spürst, ob du bei mir richtig bist? Ich habe mich entschlossen, dir hier 10 Dinge aufzuschreiben, die mir spontan in den Sinn kommen. Ganz ungeordnet. Das ist ein Experiment. Ich freue mich auf dein Feedback dazu. Also nur, wenn du’s dann auch gelesen hast. Und natürlich nur, wenn es dir gefallen hat. *zwinker*

Plumsklo & berufswahl
Berliner

Obwohl ich 1978 geboren bin, hatten wir im Kindergarten ein Plumsklo, auf das unsere Kindergärtnerin uns jeweils begleitet hat aus Angst, wir könnten in die Jauchegrube stürzten. Wer weiss wie sehr mich diese Erfahrung geprägt hat. Eine verwegene Psychologin hat sogar behauptet, das könnte der Grund sein, warum ich Pflegefachfrau wurde. Unbestritten hat sich das Thema «Begleitete Ausscheidung» von der Grundausbildung, über die Intensivstation zur Palliativpflegeabteilung bis zur Arbeit mit chronischen Schmerzpatienten durchgezogen.  Aber ob wirklich das Kindergartenklo für meine ursprüngliche Berufswahl verantwortlich ist, oder ob ich nicht doch dem Schema X gefolgt bin (älteste Tochter einer Bauernfamilie = zukünftige Krankenschwester), ist nicht ganz klar.

Ich habe eine Schwäche für Süssigkeiten und Gebäck. Es gab Zeiten, da habe ich von dem Mittagessen ohne mit der Wimper zu zucken acht Berliner verdrückt. Natürlich heimlich. Als ich mich irgendwann getraut habe, dazu zu stehen, sind zwei Dinge passiert: 1. Haben mir plötzlich alle Berliner mitgebracht. 2. Hatte ich auf wundersame Weise keine Berliner-Heisshunger-Attacken mehr. Dieses Erlebnis fliesst fest in meine Arbeit ein. Ich bin der Überzeugung, wenn wir offen zu uns und unseren Bedürfnissen stehen, regulieren wir uns automatisch selber. Je mehr wir versuchen, etwas zu verheimlichen, umso grösser und grösser wird die Angst davor, die Schwäche könnte entdeckt werden. Die Vertuschung aufrecht zu erhalten, zieht viel Energie ab und schwächt uns.

Feingefühl
Innere Bilder

Sensibel zu sein, war für mich als Kind schrecklich, weil ich damit nicht grade viele Plus-Punkte gesammelt habe. Im Laufe meines bisherigen Lebens habe ich diese vermeintliche Schwäche zu einer Stärke entwickelt. Dazu zu stehen, dass ich sehr feine Antennen habe, eine starke Empathie und eine sehr präsente Intuition, ist mir lange schwergefallen. Heute sind es grade diese Fähigkeiten, gekoppelt mit meinem praktischen Verstand und meiner humorvoll-spielerischen Herangehensweise, die für meine Arbeit und in meinem Leben unverzichtbar sind.

Ich liebe es mit Hilfe von Bildern Dinge sicht- und spürbar zu machen. Wenn ich mich mit Menschen oder Situationen beschäftige, tauchen vor meinem inneren Auge sofort Bilder auf. Beschreibe ich anderen diese Bilder, werden für sie Zusammenhänge, Stolpersteine und anstehende Schritte sofort sicht- und spürbar und es entsteht Klarheit. Ausserdem fühlen sie sich erkannt und verstanden, was wohltuend ist und bestärkend.

Raum einnehmen & Halten
Starkes Team

Es ist mir wichtig, Menschen zu ermutigen ihren Platz einzunehmen, sich treu zu sein und ihren eigenen Raum zu halten – dann sind sie wirksam und eine Bereicherung für alle. Diese Überzeugung verleitet mich dazu mit einem Augenzwinkern darauf hinzuweisen, dass wer seinen Platz nicht einnimmt, jemand anderem im Weg steht.

Jede starke Frau hat einen starken Mann an ihrer Seite – und starke Töchter. Mein wundervoller Mann und unsere grossartigen Mädels halten mir immer wieder den Spiegel vor und ermöglichen mir damit mich in liebevoller Umgebung entwickeln und entfalten zu können. Für dieses kostbare Spiel- und Übungsfeld bin ich unendlich dankbar.

Energie
Alles im Griff

Da fällt mir grad noch etwas Anderes ein zum Thema Energie: Energie hast du nie zu wenig. Wenn du das Gefühl hast, keine zu haben, dann hast du sie am falschen Ort parkiert. (Also zum Beispiel eben bei den heimlichen acht Berlinern und der Angst, es könnte jemand deine Schwäche aufdecken.) Ich bin übrigens sehr gut darin, diese Energie-Parkplätze aufzuspüren und zur Umleitung zu bewegen.

Ich bin eine Macherin und eine Praktikerin. Von aussen scheint es, als hätte ich immer alles im Griff. Auch wenn ich gerne meine souveräne Seite zeige, habe ich Momente in denen mit alles zu viel ist. Dann brauche ich eine starke Schulter zum Anlehnen oder meine Ruhe. Ich staune selber immer wieder, dass ich – entgegen meinen Befürchtungen – jedes Mal gestärkt und mit viel mehr Klarheit aus einem schwachen Moment wieder auftauche, wenn ich mir erlaubt habe darin zu versinken.

Freude
Kämpfen

Eine Freundin sagte mal, meine Gabe sei die Freude und die strahle aus meinen Augen. Wer weiss, ob das stimmt. Ich glaube aber, sie meinte das gleiche, wie meine Tochter, wenn sie sagt: «Du siehst manchmal aus, wie ein kleines Mädchen.» Damit meint sie Momente, in denen ich ganz in der Freude aufgehe. In einer Welt, die voller Katastrophen und Dramen ist, ist die Freude vielleicht wirklich eine Gabe.

Seit einigen Jahren gehe ich ins Kickbox-Training. Dort habe ich neben der Technik sehr viel über mich selber gelernt. Aggression als natürlichen Teil von mir anzuerkennen, fand und finde ich manchmal immer noch schwierig. Mein Trainer sagt, dass der Kampf nach innen die grössere Herausforderung ist, als der nach aussen. Und ich neige dazu ihm zuzustimmen.

Möchtest du wissen, was andere über mich und meine Arbeit sagen? Hier findest du einige Stimmen.